Das Angebot im Saarländischen Tennisbund e.V. ist vielseitig. Talentierte Nachwuchsspieler werden an das Profitennis herangeführt und interessierte Spieler zu Trainern ausgebildet, die ihr Können und den Spaß am Tennis dann in ihren Vereinen vermitteln. Aber es gibt noch eine weitere Sparte, die für den Tennissport nicht weniger von Bedeutung ist: Die Stuhlschiedsrichter und Oberschiedsrichter.

So bietet der STB neben der Ausbildung zum Tennistrainer, auch die Ausbildung zum Stuhlschiedsrichter und Oberschiedsrichter an. Nahezu alljährlich findet (meist im Frühjahr) eine Erstausbildung und Fortbildungsveranstaltung statt. Während aller Turniere, die von Vereinen des STB durchgeführt werden, müssen lizenzierte Oberschiedsrichter mit gültiger Lizenz  anwesend sein. Außerdem sollten Matches spätestens ab dem Halbfinale durch einen  Stuhlschiedsrichter geleitet werden. Als Verband hat der STB zudem die Verpflichtung, zu allen Bundes-, Regional- und Oberliga-Heimspielen lizenzierte Stuhlschiedsrichter zur Verfügung zu stellen. So sollten auch die Vereine selbst ein großes Interesse daran haben, für Turniere auf den Heimanlagen vereinseigene, lizenzierte Stuhlschiedsrichter und Oberschiedsrichter abrufbar zu haben. Stuhlschiedsrichtereinsätze erfolgen im Saarland meist bei Preisgeldturnieren, Schaukämpfen und Saarlandmeisterschaften.

Der Stuhlschiedsrichter-Lehrgang selbst umfasst zwei Teile: Einen theoretischen und einen praktischen Teil. Am Ende des Lehrgangs ist ein schriftlicher Überprüfungs-Test dabei Voraussetzung zur Erteilung der Schiedsrichter-Lizenz. Nach dem Erwerb dieser C-Lizenz besteht zu einem späteren Zeitpunkt sogar die Möglichkeit zur Weiterbildung zum B- und A-Schiedsrichter oder gar zu internationalen Lizenzen. Momentan gibt es einen internationalen Stuhlschiedsrichter im STB. Junge Interessierte haben ebenso die Möglichkeit, in eine sogenannte „Junior Group“ aufgenommen zu werden und z.B. auch als Linienrichter auf internationalen Turnieren, beim Davis- und Fed Cup zu arbeiten.

Der Oberschiedsrichter-Lehrgang umfasst ebenso einen theoretischen und einen praktischen  Teil. Die Theorie wird mit einem schriftlichen Test abgeschlossen. Auch hier besteht bei Interesse, soliden Regelkenntnissen und gutem Arbeiten zu einem späteren Zeitpunkt die Möglichkeit zur Weiterbildung zum A-Oberschiedsrichter. Momentan gibt es zwei A-Oberschiedsrichter im STB.

Alle C-Schiedsrichter und Oberschiedsrichter müssen eine Mindestanzahl pro Jahr eingesetzt werden und ihre Einsätze schriftlich am Jahresende einreichen, damit sie für das nächste Jahr eine gültige Lizenz besitzen.

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01. Ein Wettspiel wird in die Halle verlegt; von den Mannschaftsführern und dem Oberschiedsrichter wird eine Einschlagzeit für die jeweilige Mannschaft von 15 Minuten vereinbart. Wann werden neue Bälle für die fortzusetzenden Spiele hineingegeben?

Für das Einschlagen der Mannschaften sind die Teams selbst zuständig.
Dies betrifft auch den Zustand (Abnutzungsgrad) der für das Einschlagen der Teams verwendeten Bälle.
Neue Bälle werden zum 5-mütigen Einschlagen zwischen den beiden Spielern des jeweiligen Matches gegeben. 

02. Ein Spieler überzieht bei einer Behandlungspause die erlaubten 3 Minuten, weil er nach der Behandlung, die nach 3 Minuten beendet wurde, noch Socken und Schuhe an den behandelten Fuß anziehen muss. Wird eine Verwarnung wegen Spielverzögerung oder Zeitüberschreitung ausgesprochen?

Weder noch! Wenn die Behandlung nach 3 Minuten abgeschlossen wird, erhält der Spieler eine angemessene Zeit, um sich wieder anzukleiden.
Sobald der Spieler spielbereit ist, muss er aber das Spiel aufnehmen.

03.Es regnet und in der Mannschaftsführerbesprechung sind sich die Mannschaftsführer und der OSR einig, dass das Spiel in den nächsten 1 ½ Stunden wohl nicht aufgenommen werden kann. Man möchte aber auch noch nicht in die Halle verlegen. Daraufhin bittet Mannschaftsführer A darum auch die Mannschaftsaufstellung erst in einer Stunde abgeben zu müssen. Wie verhalte ich mich richtig?

Grundsätzlich ist die Mannschaftsaufstellung zum vorgesehenen Termin (15 Minuten vor dem ursprünglich festgesetzten Spielbeginn) abzugeben. Sollten  sich  beide  Mannschaftsführer jedoch
über eine verspätete Abgabe der Mannschaftsaufstellung einig sein, so sollte dieses zum Einen schriftlich fixiert werden und zum Anderen sollte vom Oberschiedsrichter darauf hingewiesen werden, dass es dann möglich ist, Spieler aufzustellen, die erst zum dann neu festgelegten Termin für die Abgabe der Mannschaftsmeldung anwesend sind (also später eingetroffen sind).
Sind beide Mannschaftsführer weiterhin damit einverstanden, so steht einem an die äußeren Umstände angepassten Termin zur Abgabe der Mannschaftsaufstellung nichts im Wege.

04. Weil es weiterhin regnet, wird beschlossen die erste Runde in der Halle zu beginnen. Nachdem das erste Match beendet wurde, schlägt ein Mannschaftsführer vor, in Anbetracht des sich bessernden Wetters noch etwas zu warten, um dann eventuell draußen spielen zu können. Sie halten diese Lösung auch für angemessen. Mannschaftsführer B besteht jedoch darauf, dass das 2. Match ohne Verzögerung nach dem ersten auf den Platz geht und das geht definitiv nur in der Halle. Wie verhalten sie sich als OSR?

So wie der Oberschiedsrichter darüber entscheidet, wann ein Wechsel in die Halle erfolgt, so entscheidet er auch allein über den Wechsel von der Halle nach draußen. Einzige Einschränkung hierfür ist, dass ein begonnenes Wettspiel (Match) nur mit Zustimmung der beiden Mannschaftsführer wieder nach draußen verlegt werden kann.
Da es sich in diesem Fall um neu zu beginnende Wettspiele handelt, obliegt die Entscheidung dem OSR.

05. Sie stehen am Platz, als sie ein Spieler darauf aufmerksam macht, dass der Schiedsrichter gerade ein Spiel zu spät die Bälle wechseln will. Wie verhalten Sie sich?

Ich weise den Schiedsrichter direkt an, die Bälle erst nach einem weiteren Spiel zu wechseln, so dass der Spieler / das Doppelteam, der / das regulär mit neuen Bällen hätte aufschlagen sollen, auch wirklich mit neuen Bällen aufschlägt.

06. Ein Mannschaftsführer verlangt von Ihnen ein Wettspiel auf Grund der zunehmenden Dunkelheit in die Halle zu verlegen. Sie lehnen ab. Daraufhin weist der Mannschaftsführer einen seiner Spieler eindeutig an, eine Behandlungspause zu beantragen.

Der Spieler erhält keine Behandlungspause und das Spiel ist ohne Verzögerung fortzusetzen.
Das Verweigern einer Behandlungspause ist jedoch wirklich nur in absoluten Ausnahmesituationen möglich, wenn klar ist, dass der Spieler die Behandlungspause nicht aus medizinischer Notwendigkeit,
sondern aus rein unsportlichen (hier: Zeitschinden) Motiven beantragt.

07. Bei einer Begegnung benutzen die Anhänger eines Teams zwischen den Punkten Rasseln und Trommeln zur Unterstützung des eigenen Teams. Ist dies gestattet?

Ja, es ist gestattet. Solange diese Hilfsmittel (genau wie Klatschen und Anfeuerungsrufe) nicht während der Ballwechsel und zur Behinderung des Gegners eingesetzt werden, ist nichts einzuwenden. Wenn es jedoch zu solchen Unsportlichkeiten kommt so sollte der OSR (evt. auch mit Hilfe der Mannschaftsführer) darauf hinwirken, dass dies gestoppt wird. Ein erster Schritt  ist  hierbei  fast  immer  eine  Ansage  des  Schiedsrichters.  Sollte  dies  nicht  helfen,  so sollte man die Turnierleitung bzw. die Mannschaftsführer hinzuziehen um die meist wenigen "unsportlichen" Zuschauer anzuspreche.

08. 15 Minuten nach Beendigung des letzten Einzels sind dem Oberschiedsrichter die Doppelaufstellung bekannt zu machen. Der Mannschaftsführer von GW Hüpf ins Feld gibt sie mit neun Minuten Verspätung ab. Wie sollte sich der OSR verhalten?

Der OSR sollte auf die Mannschaftsführer einwirken, die Doppelaufstellung wirklich pünktlich abzugeben. Dazu kann man dem Mannschaftsführer auch mitteilen, dass er jetzt noch fünf Minuten habe.
Generell gilt, dass die Doppel bei verspäteter Abgabe alle als verloren zu werten sind.
Bevor es so weit kommt, sollte der OSR aber einige Anstrengungen unternommen haben, die Aufstellungen pünktlich zu erhalten. Dazu gehört zumindest: Die Mannschaftsführer müssen umgehend nach dem Ende des letzten Einzels über den Zeitpunkt (genaue Uhrzeit) und den Ort der Doppelabgabe benachrichtigt werden. Den Mannschaftsführern muss klar sein, dass eine  Nichtbeachtung  zur  Disqualifikation  führen  kann.  Auch  können und  sollten besondere räumliche Situationen berücksichtigt werden.

09. In der Wettspielordnung steht nicht explizit, dass die Doppel 30 Minuten nach der Beendigung des letzten Einzels zu starten haben. Handelt es sich hierbei also um eine Verhandlungssache zwischen Mannschaftsführern und OSR? Kann der OSR eine längere Pause anordnen, damit z.B. seine Schiedsrichter sich ausreichend verpflegen können?

Auch wenn es nicht explizit in der Wettspielordnung steht, so gilt die 30 Minuten Regel trotzdem. Sie wird in jeder Ausbildung und Fortbildung bekannt gegeben und lässt sich auch  indirekt aus den Regularien ableiten: Die  Doppel sind 15 Minuten nach Beendigung des letzten  Einzels  aufzustellen  und 15  Minuten nach Aufstellung beginnen die Spiele. Insofern sind die 30 Minuten verbindlich und sollten nur unter besonderen  Umständen und unter Zustimmung beider Mannschaftsführer verändert werden

10. Ein Spieler beantragt wegen Problemen mit seinem Daumen eine Behandlungspause. In dieser setzt er sich auf seine Bank und bewegt und massiert seinen Daumen. Er sagt er kenne das Problem und es werde gleich besser. Kurz darauf geht er dann wieder auf den Platz um weiter zu spielen. Ist dies zulässig?

Ja, es ist zulässig. Zum einen darf ein Spieler sich natürlich auch selbst behandeln. Sollte kein Physiotherapeut/Arzt anwesend sein, ist dies sogar die einzige Möglichkeit. Zum anderen liegt hier zwar eine bereits im  Vorfeld  bekannte  Verletzung  vor, aber diese verschlimmert sich ja während des Matches so sehr, dass ein Weiterspielen nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. Deshalb kann die Behandlungspause auch aus dieser Sicht genehmigt werden. Es ist jedoch unbedingt darauf zu achten, dass auch hier die Behandlungszeiten einzuhalten sind.
Das bedeutet, dass der Spieler ab dem Moment, in der er die Massage beginnt, 3 Minuten Zeit hat. Und danach innerhalb von 30 Sekunden wieder spielbereit sein muss

11. Vor de Mannschaftsführerbesprechung kommt der Mannschaftsführer von Blau-Weiss K. zum Oberschiedsrichter und weist ihn darauf hin, dass vom Deutschen Tennis Bund eine Liste mit von der ATP für das Wochenende gesperrten Spielern versendet wurde; auf dieser Liste ist auch der Spitzenspieler der gegnerischen Mannschaft aufgeführt. Wie verhalte ich mich als Oberschiedsrichter richtig?

Nach den Regularien des Deutschen Tennis Bundes ist ein Spieler für Mannschaftswettkämpfe dann spielberechtigt, wenn er auf der Meldeliste steht und zur Abgabe der Aufstellung (Einzel oder Doppel) anwesend ist. Die angesprochene Liste der ATP hat für die Bundesligen KEINE Bedeutung - sie wird vom DTB  nur  als  Serviceleistung  für  die  ATP  an  die  Vereine  versendet,  damit  diese  ggf.  ihre Spieler über die Sperrung seitens der ATP informieren können. Entscheidet ein Spieler sich trotz der ATP-Sperre zu spielen, so muss er ggf. mit einer Strafe seitens der ATP rechnen.
Wie auch in übrigen Fällen gilt hier insbesondere: Sind Sie in manchen Fällen unsicher - gerade was die Aufstellung für Einzel oder Doppel angeht - so nehmen Sie VOR einer endgültigen Entscheidung Kontakt mit dem jeweiligen Wettspielleiter auf.

12. Bevor B zum nächsten Punkt aufschlägt, fragt er Spieler A, ob er den in der Mitte des Platzes liegenden Ball zur Seite rollen könnte. Spieler A weigert sich, denn ihn störe der Ball nicht. Was sagt der Schiedsrichter dazu?

B kann die Entfernung fordern.
Vor Beginn eines Punktes muss das Spielfeld und der Bereich um das Spielfeld von jeglichen Objekten befreit sein. Hierfür sind beide Spieler verantwortlich und müssen gegebenenfalls den Gegner auf die Entfernung eines Objektes hinweisen. Hierzu gehört auch der Ball, wobei von einer Entfernung abgesehen wird, wenn BEIDE Spieler sich einig sind, dass der Ball nicht stört.  Sobald  ein  Spieler  von  einem  Objekt  bzw.  einem  Ball  gestört  wird,  kann  die Herausnahme gefordert werden. Dies ist unabhängig davon, ob sich der Ball auf der eigenen oder der gegnerischen Seite befindet. Auch ist dies unabhängig davon, ob der Ball im  Spielfeld oder außerhalb des Spielfeldes liegt. 

13. Ein Turnierspiel wird ohne Schiedsrichter ausgetragen. Nun wird der Oberschiedsrichter zum Platz gerufen und die Spieler schildern folgende Situation. Spieler A hat versehentlich „Aus“ gerufen und danach festgestellt, dass der Ball „gut“ war. Der von Spieler B gespielte Ball war kein direkter Punktgewinn und somit fordert Spieler A eine Wiederholung. Spieler B verlangt den sofortigen Punktgewinn. Wie ist die richtige Entscheidung, wenn das Turnierspiel einmal in der Halle und einmal auf Asche durchgeführt wird?

Halle:

Wiederholung des Punktes und beim nächsten Mal verliert Spieler A den Punkt.
Empfehlung für das Spiel ohne Schiedsrichter.
Die Empfehlung besagt, dass eine Wiederholung gespielt werden muss, es sei denn, dass es ein Schlag zum Punktgewinn gehandelt hat. Somit ist grundsätzlich die Wiederholung des Punktes in diesem Fall richtig.
Falsch wäre es jedoch, die gleiche Handhabung bei den gleichen Situationen bzw. allen Situationen in diesem Spiel anzuwenden. Der Spieler muss nach dem ersten Mal darauf hingewiesen werden, dass die gleiche Situation als absichtliche Behinderung gewertet wird und mit Punktverlust geahndet wird.                         
Die Vorgabe der ITF wurde hier seitens des Übersetzers nicht richtig formuliert und so kam es zu Unstimmigkeiten.                                                              

Asche:

Spieler A verliert den Punkt.                                                                                     
Empfehlung für das Spiel ohne Schiedsrichter.